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TRIUMPHA MUSICA - REZENSIONEN

Cawatana „Struggle for Wisdom“ CD (2003)
Label: Eis & Licht

Cawatana ist nach Scivias die zweite Neofolk Band aus Ungarn, die auf dem sächsischen Label eine CD veröffentlicht. Wo allerdings erstgenannte Formation noch durch Eigenständigkeit zu überzeugen weiß, bieten uns Cawatana nur uninspirierten Neofolk. Da werden Akkorde auf der Gitarre und dem Klavier zelebriert, die man schon hundert mal gehört hat, die Synthesizer geben nur Preset-Klänge von sich, und die Stimme versucht erfolglos finster zu klingen. Das einzig Positive auf der Scheibe sind die kraftvoll in Szene gesetzten Trommeln. Auch hervorzuheben ist der Mut in der eigenen Muttersprache zu singen.

Man sollte sich auch nicht durch die wenig objektiven Kommentare auf der "Eis & Licht" Internet Seite täuschen lassen. Ist mir wirklich ein Rätsel, warum hier so wenig Kritik geäußert wird, weder entdeckt man hier neue Ideen noch kann einen die CD anderweitig fesseln. Verpackt ist die CD in einem wenig originellen Digi Pack, wo auch die Hochglanz-Kaschierung nicht darüber hinweg täuschen kann, das die Dinger aus Billig-Pappe gefertigt werden. Erneut wird das "Eis & Licht" Label Ihren eigenen schriftlich dargelegten hohen Ansprüchen nicht gerecht.

V.A. „Getting Away with Murder“ CD (2003)
Label: UHF Records

Dieser Sampler stellt die erste Veröffentlichung dieses neuen Noise-Labels dar, welches im übrigen vom Macher von "Eternal Soul" betrieben wird. Wie auf jeder Zusammenstellung gibt es auch hier Licht und Schatten. Restlos überzeugen können vor allen Dingen die Franzosen von "PPF" mit Ihren aggressiven Powerelectronics sowie der Amerikaner "Control" mit sich immer mehr steigernden Noisewällen und Sprachsamples welche äußerst hypnotisch ausfallen.. Ebenfalls sehr gute Stücke liefern "SektionB"(GER), "Propergol"(FRA), "Maison Close"(FRA), Survival Unit"(SWE) und "Moribund"(USA). Ein Totalausfall in meinen Augen ist "Slogun"(USA), uninspiriertes Rauschen mit Gebrülle wie es kein Mensch braucht. Weiterhin vertreten sind "Cleanse"(USA), "Strom.EC"(FIN), "Green Army Fraction"(SWE) und "Grunt"(FIN). Das Thema des Samplers ist sehr vielseitig interpretierbar, wer mehr darüber erfahren möchte wird im Internet auf jedenfall fündig werden. Alles in allem eine ansprechende Zusammenstellung und wegen den oben genannten Stücken Pflicht für jeden Fan von Powerelectronics und Noise.

Reutoff „Unseen Rituals“ CD (2002)
Label: Ewers Tonkunst

Eine Empfehlung und somit auch eine Besprechung wert ist diese CD der russischen Formation Reutoff. Die Songs wechseln zwischen monumentaler Größe und atmospärischer Dichte und wissen durchweg zu überzeugen. Die Klänge und Samples wirken unverbraucht und die einzelnen Tracks sind sehr abwechslungsreich arrangiert. Einen einzelnen Song hervorzuheben ist unmöglich, da das Werk in sich geschlossen ist und sich auf einem gleichbleibenden hohem Niveau bewegt. Im Allgemeinen muß man sagen, das sich die russische Experimentalszene in den letzten Jahren ungemein positiv entwickelt, sodaß es im Moment eine Vielzahl guter Bands zu entdecken gibt. Wir werden diesbezüglich ebenso am Ball bleiben, und in naher Zukunft noch einige Tonträger aus Russland vorstellen.

First Law „Velochrome“ CD (2001)
Label: Loki Foundation

Nach einer sehr guten MCD und darauffolgender CD präsentieren uns First Law hier nun Ihr Meisterwerk. Angefangen beim bombastisch anmutenden Eröffnungsstück „Master of the Universe“ hin zum gigantischen „Velochrome 1 to 2“, eine elektronische Symphonie welche in einer genialen Rhytmusschleife endet, wird hier atmosphährische Musik abseits jeglicher eingetretender Pfade geboten. Die beste Loki-Veröffentlichung, noch überhalb der letzten Inade-Scheibe, welche auch schwer zu toppen sein wird. Uneingeschränkter Pflichtkauf!!!

Der Blutharsch „When all else fails!“ CD / Doppel 10 Zoll Box (2001)
Label: WKN

Mir fehlen faßt die Worte. Was einst so hoffnungsvoll begonnen hat, endet hier in einem Scherbenhaufen. Wo die beiden ersten Veröffentlichungen noch wirklich gute Atmosphären, Melodien und Rhytmen zu bieten hatten, ist hier nur noch Holter-die-Polter Musik zu vernehmen. Viele der Lieder klingen dermaßen schräg, das kann man wirklich kaum ertragen. Da helfen auch die Kollaborateure wie Lina Baby Doll wenig. Einzige Außnahmen sind das in französisch gesungene Lied Nummer 8, dürfte der Gesang vom Derniere Volonte Mastermind sein, sowie Lied Nummer 10, welche einen wirklich mitreißen können.

Unter der Produktivität der letzten Jahre hat doch immer mehr die Qualität der Tonträger gelitten, was hier im traurigen Höhepunkt gipfelt!

Stalingrad „Court-Martial“ CD / CD-MCD Box (2002)
Label: S.P.K.R.

Nach jahrelanger Ankündigung ist sie nun endlich erschienen, die erste CD des Nebenprojektes von Kirlian Camera. Tja was soll ich sagen, die CD ist definitiv ein Höhepunkt im Schaffen von Angelo Bergamini und Mitstreiterin Elena Fossi. Eingeleitet wird selbige durch „neither honour nor glory“, ein hymnisches Lied mit getragener Melodie und Schlagwerk. Lied 2 wird bestimmt durch Frauengesang unverkennbar italienischer Prägung begleitet von elektronischem Rhythmus, Analogklängen und Flächen. Im Mittelteil sind gar fernöstliche Klänge zu vernehmen. Sehr anders, sehr interessant dieser Song. Das nächste Lied würde ich als perfekte Neoklassik bezeichnen. Wiederum eine wunderschöne Frauenstimme umwoben von elektronischen Streichern, kreieren ein auf und ab musikalischer Wogen. Weiter geht es mit dunklen melodischen Liedern, wobei vermehrt Schlagwerk zum Einsatz kommt. Lied 7 fällt dann allerdings völlig aus dem Rahmen, hier dominiert ein verzerrter Rhythmus begleitet von ähnlich bearbeiteten analogen Klängen und Sprechgesang. Ein mehr als würdigen Abschluß erfährt die CD durch das Stück „der letzte Flug“. Eine traumhaft schöne Melodie die sich immer mehr in ihrer Intensität steigert, durchbrochen von Schlagwerk. Genial!
Mit Kirlian Camera ist diese CD nur bedingt zu vergleichen, da die Italiener hier insgesamt etwas hymnischer und wärmer klingen, im Gegensatz zum Hauptprojekt welches kälter und elektronischer ausfällt.
Selten habe ich in letzter Zeit eine so abwechslungsreiche CD gehört. Angelo Bergamini war und bleibt der Inbegriff italienischer Musik. Kaufen!!!

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